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Infodienst Nr. 1

Datum: 20.02.2019

Winterraps

Ein sogenanntes Omega-Hoch mit einer stabilen Hochdruckwetterlage bestimmt unser Wetter zumindest bis anfangs März. In krassem Gegensatz zum letzten Jahr mit sehr kalten Februar und Märztemperaturen startet dieses Jahr der Vorfrührling bereits Mitte Februar mit aussergewöhnlich warmen Temperaturen, die am Wochenende bis 15°C im Landkreis anstiegen.

Falls noch nicht geschehen sollten Sie jetzt unbedingt Gelbschalen auf Ihren Rapsschlägen aufstellen und diese regelmäßig, besonders nach längerem Sonnenschein kontrollieren, um den spezifischen Befallsdruck auf ihren Feldern festzustellen. Eine Gelbschale pro Schlag ist zuwenig, da aus Erfahrung die Fängigkeit der Gelbschalen stark schwanken kann. Der Zuflug der Rüssler –bei uns insbesondere der Kohltriebrüssler-hat am Wochenende bereits begonnen; interessanterweise konnten für diese frühe Jahreszeit bereits sogar Rapsglanzkäfer gefangen werden.

Insektizidmaßnahmen sollten sich konsequent an den Fangzahlen (Gelbschalenkontrolle) orientieren. Nur so kann der richtige Bekämpfungszeitpunkt und Schwellenwert erfasst werden! Damit die Fängigkeit der Schalen gewährleistet ist, muss darauf geachtet werden, dass diese leuchtend gelb sind, und die Höhe der Schalen mittels eines Stabes dem Wachstum des Rapsbestandes nachgeführt wird.

Sinnvoll im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes werden die Behandlungen, wenn sich mehr als 15 Kohltriebrüssler bzw. 5 Rapsstängelrüssler innerhalb von 3 Tagen in den Gelbschalen (mit Gitterbdeckung) befinden.

Der Kohltriebrüssler ist am weißen Punkt auf dem Rückenschild und den roten Füßen eindeutig zu erkennen und vom etwas größeren Rapsstängelrüssler zu unterscheiden. Behandlungen müssen nicht sofort nach dem Zuflug erfolgen. Optimal sind Termine zu Beginn der Eiablage, die bei Großen Rapsstängelrüssler sofort nach Erreichen der Schadschwelle erfolgt.

Der Reifungsfraß des Kohltriebrüsslers dauert deutlich länger als der des Rapsstängelrüsslers. Die Eiablage kommt ab Temperaturen von 12°C in Gang. Man wartet den Reifungsfraß ab und setzt die Behandlung ca 10-14 Tage nach dem Erstauftreten. Ideal ist, wenn in diesem Zeitfenster ein Großteil der restlichen Käfer zugeflogen ist. Bei verzetteltem Zuflug und großen Rüsslerpopulationen, könnten nach einem neuerlichen Kälteinbruch in diesem Jahr unter Umständen 2 Behandlungen nötig sein.

Eine vorbeugende Bekämpfung ist nicht ratsam, da die Wirkung der Insektizide zeitlich sehr begrenzt ist und nur bereits zugeflogene Käfer sicher bekämpft werden können.

Empfohlene Antiresistenz-Strategie des JKI (Julius-Kühn-Institut) für 2019 in Raps:

Ziel der empfohlenen Anti-Resistenzstrategie für 2019 ist die Eingrenzung der Resistenzentwicklung bei Insektiziden und gleichzeitig hinreichendem Bekämpfungserfolg.

Wenn im Frühjahr Stängel- und Triebrüssler und gleichzeitig auch schon Rapsglanzkäfer in größerer Zahl in Gelbschalen vorhanden sind, soll bevorzugt mit dem Typ I Pyrethroid Trebon 30 EC bekämpft werden. Bei alleinigem Auftreten von Stängel- und Triebrüsslern sollten die am besten wirksamen Mittel aus Pyrethroiden des Typs II gewählt werden.

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