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Infodienst Nr. 8

Datum: 27.05.2020




Weizen


Der Winterweizen befindet sich nun je nach Sorte, Höhenlage und Saatzeitpunkt im Stadium ES 39-55. Die Bestände sind nach wie vor äußerst gesund. Sogar die 4. Blattetage ist auf unseren kontrollierten ISIP-Monitoringstandorten nahezu befallsfrei (www.isip.de). Ein weiterer epidemiologischer Befallsanstieg ist bei der Wetterlage unwahrscheinlich. Wer bis jetzt noch keine Behandlung durchgeführt hat, hat in den meisten Fällen nichts falsch gemacht.


Fusariumproblematik:


Eine feuchte und warme Witterung während der Blüte begünstigt grundsätzlich die Infektionsbedingungen für Fusarium. Befeuchtete Ähren während der Blüte und Temperaturen über 15 bis 20°C sind günstig um Infektionen auszulösen. Nach Aussagen der Kollegen von Nordrhein-Westfalen wird der endgültige Befall auch entscheidend vom weiteren Witterungsverlauf bestimmt. Trockenheit im Juli entschärft die Toxinbildung, der Befall vertrocknet sozusagen. Gegenteilig kann bei hohen Niederschlägen nach nur mäßiger Infektionswitterung eine hohe Toxinbelastung entstehen. Unter solchen Bedingungen ist dann auch Weizen nach Raps gefährdet.


Behandlungen sollten nahe an Niederschlägen (Regenschauer >2 mm) gefahren werden. Ideal ist es innerhalb eines Tages vor oder bis 2 Tagen nach der Infektion das Pflanzenschutzmittel auszubringen. Bis vier Tage nach einer Fusariuminfektion kann noch eine gute bis ausreichende Wirkung erwartet werden. Ziel muss es sein die Mykotoxinbildung um mindestens 50% zu reduzieren, um Donwerte zu erreichen, die unter dem gesetzlichen Grenzwert liegen. Die Erfahrung zeigt, dass Behandlungen anfangs bis Mitte Blüte hohe Wirkungsgrade haben und dieser Zielsetzung entsprechen. In Fruchtfolgen mit hoher Fusariumgefahr (Mulchsaat nach Mais oder Stoppelweizen, Weizen mit Fusariumeinstufung der BSA-Note 5, ist dringend angeraten einen entsprechenden Schutz zu applizieren.


 Abgeänderte Fusariumstrategie in 2020:


Es stellt sich in diesem Jahr tatsächlich die Frage , ob mit der 1. Behandlung bis zum Fusariumtermin, der nächste Woche zu erwarten ist, zugewartet werden soll. Falls Fusarium ein Thema ist (siehe nächster Abschnitt) könnte diese Strategie erfolgsversprechend sein. Vorstellbar ist eine Mischung aus einem mit dem Wirkstoff Prothioconazol hochaufgeladenen Mittel für den Blattbereich (z. B. Aviator Xpro oder Ascra Xpro) und einem zusätzlich fusariumwirksamen Mittel mit dem Wirkstoff Tebuconazol (z. B. Folicur, Orius). Osiris oder Skyway in der vollen Aufwandmenge sind auch geeignet.


Im Falle, dass bereits eine Behandlung im Blattbereich gesetzt wurde empfehlen wir Osiris, Ampera oder Prosaro oder Input Classic in voller Aufwandmenge. Die Zumischung von 1,1 kg/ ha DON-Q zu obengenannten Produkten unterstützt die Wirkung gegen Ährenfusarium und bewirkt eine zusätzliche Verminderung des Mykotoxingehaltes. Als Solofungizid ist DON-Q aufgrund fehlender Breitenwirkung nicht geeignet.


Sommergerste und Hafer


Die meisten Bestände sind im Stadium ES 32 – 39. Ab ES 39 kann in Sommergerste die Abschlussbehandlung gefahren werden. In der Regel sind etwas reduzierte Aufwandmengen ausreichend wirksam, Allerdings sollte immer Wert auf eine Ramulariawirkung gelegt werden. Empfohlen werden nach Wegfall von Amistar Opti als Zumischpartner folgende Alternativen: 1,0 l/ha Aviator Xpro , 1,2 l/ha Ascra Pro,1,0 l/ha Elatus Era oder 1,5 l/ha Revytrex + 0,5 l/ha Comet. Zur Stabilisierung der Bestände kann Cerone zugemischt werden, allerdings nur wenn ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Auf leichten Standorten wird man vielfach besser auf Wachstumsregler verzichten.


Im Hafer sind nur wenige Fungizide zugelassen. Wir empfehlen 2,0 l/ha Osiris oder auch 1,0 l/ha Torero bzw. 1,0 l/ha Rubric. Ascra Xpro mit 1,2 l/ha ist ebenfalls geeignet. Für die Stabilisierung der Bestände ist in der Wachstumsphase um EC 37-39 CCC sehr gut geeignet. 


Getreidehähnchen


In diesem Jahr ist der Druck mit Getreidehähnchen bis jetzt sehr gering. Sie sollten vor anstehenden Fungizidmaßnahmen die Befallssituation kontrollieren. Falls die Schadensschwelle (ca. 0,5-1,5 Larven und Eier je Halm) erreicht ist kann ein Insektizid zugemischt werden. Es bietet sich Karate Zeon (75 ml/ha), Fastac SC (100 ml/ha), Bulldock (300 ml/ha) und weitere zur Bekämpfung an. Bitte setzen Sie Insektizide nicht vorbeugend, sondern nur dann , wenn es wirklich nötig ist, ein. Pyrethroide verlieren bei den jetzigen Witterungsbedingungen ihre Wirkung sehr schnell. Eine vorbeugende Behandlung ist wirkungslos und fördert Resistenzen. Untersuchungen des JKI zeigen, dass es deutschlandweit Population vor allem des Rothalsigen Getreidehähnchen gibt, die resistent gegen Pyrethroide des Typs II, analog zum Rapsglanzkäfer, gibt. Auch in unserem Kreis deuten Untersuchungsergebnisse darauf hin, dass einige Populationen bereits Resistenzerscheinungen aufweisen.








Feldrandhygiene

Führen Sie an Wegen, Weg- und Feldrändern zur Vorbeugung des Einwanderns von Ungräsern oder Unkräutern wie z.B. Trespen, jährige Rispe, Storchschnabel oder Ackerwinden in die Kulturfläche eine mechanische Pflegemaßnahme durch. Sollten die Trespen schon vom Rand her in den Bestand eingewandert sein, scheuen Sie auch nicht davor zurück, mit dem Mulchgerät etwas in den Bestand zu fahren und im Zweifelsfall etwas Getreide im Randbereich mit weg zu mähen. Das sieht zwar im Moment nicht schön aus, verringert aber das Samenpotenzial für die Zukunft. Durch das Mulchen der Wegränder wird eine dichte Grasnarbe gefördert und gleichzeitig der Pilz- und Unkrautdruck auf die Kulturpflanzen gemindert. Gleichzeitig sind Feldränder wichtige Vernetzungsstrukturen und dienen als Rückzugsgebiete und Flächen, die einen Austausch von Kleinlebewesen in unserer ziemlich beanspruchten Agrarlandschaft möglich machen. Ein einmaliges Abmulchen der Ränder zur Grasblüte stellt einen Kompromiss dar und ist in den meisten Fällen ausreichend.







Eine chemische Behandlung von Wegen und Wegrändern ist verboten und wird mit Bußgeldern belegt. Zudem wird die Grasnarbe abgetötet und das Einwandern von Unkräutern und Trespen erleichtert. Diese Maßnahme erweist sich also im doppelten Sinne kontraproduktiv.


 


 


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