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Infodienst Nr. 5

Datum: 26.04.2019

Winterraps

Die Bestände beginnen, zwar teils zögerlich, aufzublühen und die Gefahr des Rapsglanzkäfers, der in diesem Jahr durchaus Probleme darstellte, dürfte dann in den meisten Fällen gebannt sein.

Es kann nun nachgedacht werden, ob eine Blütenbehandlung durchgeführt werden soll. Idealerweise wird diese erst Mitte der Blüte durchgeführt, da zu diesem Zeitpunkt die Wirkung gegen Sklerotinia am besten ist. Ob eine Blütenbehandlung wirtschaftlich sinnvoll ist lässt sich leider immer noch nicht sicher prognostizieren, da die Witterungsbedingungen während der Blüte unbekannt sind. Betriebe mit einem hohen Rapsanteil in der Fruchtfolge sollten diese Behandlung aber auf jeden Fall durchführen. Die extrem trockene Witterung der letzten 2 Wochen lässt darauf schließen, dass Apothecien (sind kleine unscheinbare Pilze, die sich aus den Sklerotien entwickeln und auf in den Äckern auf denen während der letzten 3 bis max. 7 Jahre Raps angebaut wurde zu finden sind) sich nicht entwickeln konnten und daher bis jetzt noch kein infektiöses Sporenmaterial abgeben konnten. Falls nächste Woche einen feucht-kühlere Wetterphase eintritt, kann sich die Ausgangslage allerdings sehr schnell ändern.

Günstige Infektionsbedingungen für Sklerotinia oder Rapskrebs liegen bei anhaltend hoher Luftfeuchtigkeit oder Blattnässeperioden von ca 24 h bei warmer, wechselfeuchter Witterung vor. In Trockenphasen ist der morgendliche Tau bereits ausreichend für Infektionen. Die besten Wirkungsgrade einer Blütenbehandlung werden zur Mitte der Blüte erreicht. Auch aus diesem Grunde scheint es günstig den Spritztermin möglichst weit nach hinten zuschieben. Geeignete Mittel sind 0,5 l/ha Cantus Gold, 1,0 l/ha Propulse, 1,0 l/ha Symetra oder 1,0 l/ha Custodia. mit einer sehr guten Wirkung gegen Sklerotinia. Die Schotenfestigkeit wird zudem positiv beeinflusst. Das Mittel Efilor (Cantus+Caramba) wird auch bereits ab anfangs der Blüte empfohle.

Die Gefahr von Durchfahrverlusten lässt sich abends bei niedrigem Turgordruck der Pflanzen verringern. Bei Fahrgassen unter 15m Breite ist aufgrund relativ hoher Durchfahrtsverluste nur ein Mehrerlös zu erzielen, wenn Sklerotinia massiv auftritt. Um die Schotenbildung und das TKG günstig zu beeinflussen können 20 kg N in Form von AHL oder Harnstoff der Spritzbrühe zugesetzt werden. Diese Maßnahme ist nur bei Raps mit hohem Ertragspotentia über 40 dt/ha anzuraten. In lückigen beständen besteht die Gefahr von mehr Nachblütern. Die Wassermenge sollte 300l /ha betragen und bei nicht zu hohen Fahrgeschwindigkeiten von max. 7km/h etwas grobtropfiger ausgebracht werden, um den Bestand zu durchdringen.

In Gebieten wo in den Vorjahren regelmäßig Schäden durch die Kohlschotenmücke vorgekommen sind kann die Zumischung eines Insektizids wie Mavrik oder ein Pyrethroid der Klasse 2 Sinn machen. Normalerweise sind aber nur Randbehandlungen im Sinne eines integrierten Pflanzenschutzes zu empfehlen. Solange die Temperaturen auf dem derzeitig niedrigen Niveau verharren dürfte die Gefahr durch die Kohlschotenmücke sowieso gering bleiben. Bedenken Sie, dass jede insektizide Behandlung der Resistenzentwicklung sämtliche wichtiger Schädlinge Vorschub leistet. Dies gilt natürlich insbesondere für den Rapsglanzkäfer.

Folgendes zum Bienenschutz:

Falls ein Pyrethroid wie z.B. Fastac SC oder Karate Zeon verwendet wird, ändern sich Mischungen mit azolhaltigem Mischungsparten wie z.B. Propulse, Efilor, Custodia etc in B2 (Einsatz nach Ende des täglichen Bienenfluges bis 23:00 Uhr).Mischungen aus Mospilan oder Nexide + azolhaltigem Fungizid werden als B1 eingestuft und dürfen nicht verwendet werden.

Neue Erkenntnisse des Instituts für Bienenkunde beim Julius-Kühn Institut (JKI):

Neu sind auch schärfere Bienenschutzauflagen bei Biscaya und Mospilan. Etliche Kombinationen mit Fungiziden sind ab 2019 als B1 eingestuft. Bitte informieren Sie sich vorher (z.B. im Pflanzenbauheft 2019 des MLR)

Bei Insektizid + Insektizid – Mischungen ergeben sich wie vermutet additive bis synergistische Wirkungen, so dass diese Kombinationen als bienengefährlich (B1) eingestuft werden und nicht in die Blüte appliziert werden dürfen.

Grundsätzlich sollten aber auch bienenungefährliche Pflanzenschutzmittel nur nach dem täglichen Bienenflug eingesetzt werden

Winterweizen

Die meisten Weizenbestände befinden sich im Stadium 31. Das Risiko für Infektionen mit Septoria tritici war bis jetzt äußerst gering. Diese Situation kann sich flächendeckenden Niederschlägen grundlegend ändern. Der Ausgangsbefall ist auf dem Versuchsfeld und in den meisten Praktikerschlägen sehr gering. Ausnahmen stellen vielleicht absolute Frühsaaten oder Stoppelweizen dar. Die trockene Witterung im Herbst 2018 hat allerdings Mehltau begünstigt. In einigen Triticale Beständen ist bereits von mittlerem Mehltaudruck berichtet worden. Seien Sie auch beim Weizen wachsam und kontrollieren Sie anfällige Sorten wie Elixer oder Faustus.

Falls Wachstumsreglerbehandlungen vorgesehen sind können diese in den nächsten 2 Wochen in Verbindung mit der ersten Fungizidbehandlung gesetzt werden. Dies trifft für Betriebe mit einer intensiven Bestandsführung, die eine 2-fach Fungizidstrategie fahren zu. Es stehen (0,4-0,5 kg/ha) und Mischungen aus Moddus (0,15-0,3l/ha) und CCC (0,3-0,6l/ha) zur Verfügung, die in Abhängigkeit von Bestand, Sorte und vor allem Witterung und Wasserführung dosiert werden müssen.

Geeignete Fungizide mit hoher kurativer Wirkung sind Capalo, Input Classic oder auch Cirkon; damit können jetzt noch eventuelle Halmbruchinfektionen mitbehandelt werden. Falls erwartungsgemäß Halmbruch keine Rolle spielt, können auch etwas kostengünstigere Mittel wie Eleando oder Epoxion Top eingesetzt werden.

Dieses Jahr ist auch wieder zu überlegen, ob Betriebe mit 2-fach Strategie die Einsatzzeitpunkte auf ES 37 und dann auf ES 65 in der Blüte verlegen. Aus fachlicher Sicht ist zum derzeitigen Zeitpunkt ein Fungizid nicht notwendig. Ausnahmen sind vereinzelte Bestände, die halmbruchgefährdet sind.

Mais

Etliche Flächen im Kreis wurden bei optimalen Aussaatbedingungen bereits mit Mais bestellt. Bei feuchten Böden oder wenn Niederschläge unmittelbar folgen kann durchaus die Herbizidausbringung im Vorauflauf in Erwägung gezogen werden. Der Vorteil liegt darin, dass diese Behandlungen im Gegensatz zu Sulfonylharnstoffen im Nachauflauf im 3-4 Blatt Stadium sehr verträglich sind und gegen Ehrenpreis- und Storchschnabelarten deutlich besser wirken.

Als Standardprodukt wird 1,25 l/ha Spektrum + 2,5 l/ha Stomp aqua eingesetzt. Falls erforderlich kann immer noch mit einem Gräsermittel oder Arrat + Dash gegen Spätverunkrautung nachbehandelt werden.

Herbizidbehandlungen in Sommergetreide

Sommergetreide hat häufig 3-4 Blätter gebildet und so das optimale Stadium zur Unkrautbekämpfung erreicht. In Sommergerste empfehlen wir Axial 50 (0,9 l/ha) gegen Windhalm und Flughafer. Bei Ackerfuchsschwanz muss auf 1,2 l/ha erhöht werden. Idealerweise sollte auf Ackerfuchsschwanzstandorten Ungras und Unkrautbehandlung im Splittingverfahren durchgezogen werden um optimale Wirkungsgrade zu erreichen.

Die Zulassung von Lexus ist widerrufen, sodass die einzige Möglichkeit in Hafer Ackerfuchsschwanz zu bekämpfen wegefallen ist.
Auf reinen Windhalmstandorten ist ConcertSX (100 g/ha) möglich.

Die Partner zur Unkrautbekämpfung richten sich nach den Leitunkräutern. Axial 50 ist sehr mischungssensibel und sollte nur mit Mitteln gemischt werden, die ausdrücklich vom Hersteller freigegeben sind (Gebrauchsanleitung); kein Husar Plus, Concert, Wuchsstoffe (>900g a.i./ha) und bifenoxhaltige Mittel. In Sommerkulturen sind wuchsstoffhaltige Mittel unter Umständen von Vorteil, da sulfonylharnstofflastige Spritzfolgen durchbrochen werden und einer Selektion der Unkräuter vorgebeugt werden kann. Neu in diesem Jahr sind die Mittel Zypar und Pixxaro, die den neuen Wirkstoff Arylex enhalten, der eine ausgezeichnete Wirkung gegen Klettenlabkraut hat. Bezüglich der Resistenzvorbeugung gilt das gleiche wie bei den Wuchsstoffen beschrieben. Zu beachten ist die Auflage NG 405, die eine Anwendung auf drainierten Flächen untersagt.

Felderbegehungen:

Die nächste Felderbegehung des Fachbereichs Landwirtschaft findet am Montag den 29.April 2019 um 19:30 Uhr statt. Auf dem Zentralen Versuchsfeld Oberland bei Krauchenwies werden Düngungs- und Fungizidmaßnahmen in Getreide und Winterraps besprochen.

Die darauf folgenden Termine finden immer dienstags im 14 tägigen Rhythmus um statt:
14. Mai 2019 um 19:30 Uhr
28. Mai 2019 um 19:30 Uhr

Das Versuchsfeld liegt an der Bundesstraße 311 zwischen Krauchenwies und Rulfingen vor der Abfahrt nach Ostrach auf der linken Seite.
Alle interessierten Landwirte und Landwirtinnen sind herzlich eingeladen





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