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Infodienst Nr. 3

Datum: 25.03.2019



Winterweizen

Sobald die Nachtfrostgefahr gebannt ist und die Temperaturen Ende der Woche wieder deutlich über 10°C ansteigen ist vor allem bei lageranfälligen Sorten zu überlegen, ob die Herbizidmaßnahme nicht mit einem Chlormequatchlorid-haltigen Mittel (0,5 l/ha - 1,0 l/ha CCC 720/) kombiniert werden soll. In diesem frühen Stadium wird die Halmbasis verstärkt und positive Auswirkungen auf spätere wirklich längenreduzierende Einkürzungsmaßnahmen erzielt. Je nach Sorte und Düngungsniveau ist eine alleinige CCC-Maßnahme ausreichend.

Dünne Bestände können, sofern sie nicht gestresst sind und die Wurzeln gut entwickelt sind, mit CCC behandelt werden, um Haut- und Seitentriebe gleich zu ziehen. Bis zu einem gewissen Maße kann so die Bestandesdichte stabilisiert werden, da weniger Seitentriebe reduziert werden.

Winterraps

Sofern entsprechende Rüsslerzahlen in den Gelbschalen oberhalb der Schadschwellen gefangen wurden, dürften die Behandlungen gegen diese Schadinsektengruppe abgeschlossen sein.

Falls am Wochenende eine neue Welle an Rüsslern, bevorzugt in den Höhenlagen zugeflogen sein sollte, gilt folgendes:

Die Bekämpfung der Stängelrüssler erfolgt mit einem Pyrethroid des Typs 2 wie Karate Zeon (B4) oder verschiedenen andere Alternativen, sofern keine zusätzlichen Rapsglanzkäfer in der Schale sind. Falls bei der ersten Behandlung wie im letzten Jahr zusätzliche Rapsglanzkäfer gefangen werden, muss aufgrund der Resistenzsituation ein Pyrethroid des Typs 1, also Trebon 30 EC oder Mavrik Vita, verwendet werden. Beide Mittel sind haben eine B2-Auflage und dürfen nur nach Ende des täglichen Bienenflugs bis 22:00 Uhr eingesetzt werden, sofern blühende Unkräuter oder bereits erste Rapsblüten vorhanden sind. Rapsglanzkäfer schädigen nur dann, wenn überhaupt Knospen vorhanden sind.

Ab Stadium ES 51 (Hauptblütenanlage inmitten der obersten Blätter von oben sichtbar) sind Avaunt oder Plenum, die über andere Wirkungsmechanismen als die Pyrethroide verfügen die erste Wahl für die frühe Bekämpfung der Rapsglanzkäfer. Um eine ausreichende Wirkung gegen eventuelle Stängelrüssler (Gelbschale beachten) zu erzielen, muss ein Pyrethroid des Typs 2 in voller Aufwandmenge zugemischt werden. Avaunt oder Plenum sind allerdings als B1 (Bienengefährlich) eingestuft, und dürfen nur eingesetzt werden, solange noch keine blühenden Pflanzen (auch Unkräuter!) im Bestand zu finden sind. Blühen bereits erste Unkräuter oder Kreuzblütler, bleibt es für frühe Einsätze bei Trebon (B2) oder Mavrik Vita (B4).

Ende der Knospenbildung bis Beginn der Blüte ist Biscaya (B4) das Mittel der Wahl. Es sei daran erinnert, dass ein wüchsiger Raps relativ viele Rapsglanzkäfer verträgt ohne statistisch absicherbaren Schaden (viele Versuche belegen diese Aussage!) zu nehmen. Die Schadschwelle liegt bei 8-10 Käfer je Pflanze. Rapsglanzkäfer in Gelbschalen zeigen den Zeitpunkt des Zuflugs, sind aber ohne Aussagekraft über den Befallsdruck im Feld!

Grundsätzlich empfehlen wir Insektizidbehandlungen mit mindestens 250 l, besser aber 300 l Wasser je ha bei sonnigem und windstillem Wetter, durchzuführen, um die Wirkungssicherheit zu erhöhen. Unter optimalen Bedingungen sind so Wirkungsgrade bis 80% erreichbar.

Beachten Sie bitte die Gewässerabstandsregelungen und die Bienenschutzauflagen. In Mischung mit azol-haltigen Fungiziden wie Timor oder Folicur werden B4 – Pyrethroide auf B2 heruntergestuft.

Neu sind auch schärfere Bienenschutzauflagen bei Biscaya und Mospilan. Etliche Kombinationen mit Fungiziden sind ab 2019 als B1 eingestuft. Bitte informieren Sie sich vorher (z.B. im Pflanzenbauheft 2019 des MLR)

Bitte spritzen Sie in blühende Bestände grundsätzlich nur in den Abendstunden, auch wenn es sich um „bienenungefährliche Mittel (B4)“ handelt. Insbesondere Wildbienen und andere Insekten reagieren wesentlich empfindlicher auch auf vergleichsweise ungefährliche Insektizide und können massiv geschädigt werden. Deswegen gilt für die meisten Mittel die Auflage NN 410: „Das Mittel wird als schädigend für Populationen von Bestäuberinsekten eingestuft. Anwendungen des sollten vermieden werden oder insbesondere zum Schutz von Wildbienen nur in den Abendstunden erfolgen.“

Des Weiteren lassen sich so auch Rückstände im Honig deutlich vermindern. Beispielsweise werden in über 50% der Honigproben immer noch relativ hohe Rückstände an Thiacloprid (Biscaya B4) nachgewiesen. Dies ist aus Sicht der Imker ziemlich unbefriedigend.

Achtung: Mischungen aus verschiedenen Insektiziden werden grundsätzlich als B1 eingestuft, auch wenn die Mischungsparten bienenungefährlich und als B4 eingestuft sind. Dies gilt auch bei seperaten Spritzungen innerhalb von 3 Tagen.

Vergessen Sie nicht dem hohen Borbedarf von Raps Rechnung zu tragen und setzen Sie auch bei der ersten Behandlung einen Bordünger der Spritzbrühe zu, um bis zur Blüte den Bedarf an 500-700 g Bor abzudecken.

Nachdem nun mit Frühjahrsanfang die Tag und Nachtgleiche erreicht worden ist, werden viele Wachstumsvorgänge in den Pflanzen durch den zunehmenden Langtag beeinflusst. Das bedeutet, dass die Rapsbestände sobald es wieder wärmer ist in die Streckungsphase übergehen.

Der Wachstumsreglereinsatz hat bei den heutigen standfesteren Sorten nicht mehr die Bedeutung wie früher. Allerdings kann mit den gängigen Mitteln wie Folicur, Matador, Orius oder Tilmor der Phomadruck gemindert werden. Zudem werden eine Verzweigung und Förderung der Nebentriebe bei gleichzeitiger Unterdrücken des Haupttriebes erreicht. Der Blühbeginn wird in einem gewissen Maße synchronisiert, sodass ein eine gleichmäßigere Abreife der Schoten zu erwarten ist. Ideal bei der Spritzung sind warme wüchsige Temperaturen ohne Nachtfröste.

Erbsen und Ackerbohnen

Achtung: ÖVF Leguminosenflächen beim Greening dürfen nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden.

Auf anderen Flächen können Herbizidbehandlungen fast ausschließlich nur noch als Vorauflaufanwendungen durchgeführt werden. Für Vorauflaufmittel sollte das Saatbeet gut abgesetzt und feinkrümelig sein. Feuchte Bodenbedingungen und nachfolgende Niederschläge erhöhen Wirksamkeit und Wirkungssicherheit erheblich.

Folgende Mittelkombinationen können im VA eingesetzt werden:

2,4 kg Novitron (=2,0 l Bandur + 0,2 l Centium)

3,5 - 4,0 l Bandur

4,0 l Spektrum Plus

3,0 l Boxer + 2,0 l Stomp (ohne Flughafer)

Beachten Sie beim Wirkstoff Clomazone (im Centium, Novitron) folgende Auflagen:

wöchentliche Kontrolle über 1 Monat auf Aufhellungen im Umkreis von 100 m. Falls Auhellungen auftreten, muss dies dem Pflanzenschutzdienst gemeldet werden.

bei vorhergesagten Tageshöchsttemperaturen > 20°C Spritzungen zwischen 18 Uhr abends und 9 Uhr morgens;

bei vorhergesagten Tageshöchsttemperaturen > 25°C keine Anwendung

Bei Boxer und Stomp sind die neuen Anwendungsbestimmungen zu beachten:

max 7,5 km/h Fahrgeschwindigkeit

mind. 300 l Wasser

Verwendung von 90% abdriftmindernden Düsen auf der gesamten Fläche

max. zulässige Windgeschwindigkeit von 3 m/s

Felderbegehungen:

Die nächste Felderbegehung des Fachbereichs Landwirtschaft findet am Dienstag den 2. April 2019 um 19:00 Uhr statt. Auf dem Zentralen Versuchsfeld Oberland bei Krauchenwies werden Düngungs- und Fungizidmaßnahmen in Getreide und Winterraps besprochen.

Die darauf folgenden Termine finden immer dienstags im 14 tägigen Rhythmus um statt:
16. April 2019 um 19:00 Uhr
30. April 2019 um 19:30 Uhr

14. Mai 2019 um 19:30 Uhr

28. Mai 2019 um 19:30 Uhr
Das Versuchsfeld liegt an der Bundesstraße 311 zwischen Krauchenwies und Rulfingen vor der Abfahrt nach Ostrach auf der linken Seite.
Alle interessierten Landwirte und Landwirtinnen sind herzlich eingeladen.





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