Warndienst Nr. 15

Warndienst Nr. 15_2023

Pflanzenschutz und Pflanzenbau des Landratsamtes Sigmaringen

06.06.2023

 

 

Wintergetreide

Die frühen Winterweizen (Reife 3 bis 4) sind auf dem Versuchsfeld in Krauchenwies schon“ Ende Blüte“. Die Winterweizen mit Reifezahlen 5 und 6 kommen je nach Saattermin die nächsten Tage in die Blüte. Kontrollieren Sie Ihre Bestände wie im Warndienst Nr. 14 beschrieben. Wenn Sie aufgrund von Niederschlägen, Vorfrucht, … der Meinung sind eine Ährenfusariumbehandlung zu applizieren, sollte diese nahe an Niederschlägen (Regenschauer /Taubildung >2 mm) gefahren werden. Ideal ist es innerhalb eines Tages vor oder bis 2 Tagen nach der Infektion das Pflanzenschutzmittel auszubringen. Bis vier Tage nach einer Fusariuminfektion kann noch eine gute bis ausreichende Wirkung erwartet werden. Ziel muss es sein die Mykotoxinbildung um mindestens 50% zu reduzieren, um DON-Werte zu erreichen, die unter dem gesetzlichen Grenzwert liegen. Die Erfahrung zeigt, dass Behandlungen anfangs bis Mitte Blüte hohe Wirkungsgrade haben und dieser Zielsetzung entsprechen. 

Mögliche Produkte für die Ähren- / Fusariumbehandlung sind im „Integrierter Pflanzenschutz 2023“ in Tabelle 24 auf Seite 58 und 59 dargestellt.



Sommergetreide

Die Böden sind durch die Sonneneinstrahlung und den Wind die letzten Tage stark ausgetrocknet. Dazu kommt, dass viele Sommergetreidebestände (je nach Aussaattermin) eine geringe Wurzelmasse ausgebildet haben. Darum sollten Sie vor dem Einsatz eines Wachstumsreglers genau prüfen, ob ein Einsatz überhaupt nötig / sinnvoll ist!

Die Abschlussbehandlung in der Sommergerste wird je nach Aussaattermin anstehen. Vorgehensweise und Mittelauswahl siehe Warndienst Nr. 14.

 

Getreidehähnchen/Blattläuse

Auf unseren Beobachtungsflächen ist der Bekämpfungsrichtwert von 20 % geschädigter Blattfläche auf den obersten drei Blättern oder ein Ei bzw. eine Larve je Halm beim Getreidehähnchen noch nicht überschritten. Ein prophylaktischer bzw. routinemäßiger Einsatz entspricht nicht den Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes nach der Richtlinie 2009/128/EG Artikel 14, Absatz 4, und ist daher zu unterlassen. Zur Ermittlung des Bekämpfungsrichtwertes werden an 5 Stellen pro Bewirtschaftungseinheit jeweils an 5 zufällig ausgesuchten Halme überprüft. Da teilweise, vor allem in Sommergerste der Druck sehr hoch ist, sollten Sie Ihre Bestände im Blick haben und regelmäßig kontrollieren. Gewitterschauer können die Situation entspannen. Darum ist eine Behandlung laut Wettervorhersage auch beim Überschreiten der Bekämpfungsschwelle die nächsten 3 Tage vielleicht nicht nötig. 

Bewirtschaften Sie Flächen in Schutzgebieten, gibt es beim Insektizideinsatz besondere Auflagen zu beachten. Solange keine amtliche Behandlungsempfehlung vorliegt und es auf einzelnen Schlägen zu einer Überschreitung des Bekämpfungsrichtwertes kommt, ist Rücksprache mit der amtlichen Beratung aufzunehmen. Denken Sie in den Schutzgebieten immer an die Dokumentation, die Randdüse, 90 % Abdriftminderung bei praxisüblichen Einsatz… und ein Spritzfenster.

Gleiches gilt für Blattläuse. Hier gilt für die Bekämpfungsschwelle 65 % besiedelte Ähren bzw. Fahnenblätter, d.h. von 50 Halmen sind 33 Halme bzw. Ähren besiedelt.

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