Infodienst Nr. 20

Infodienst Nr. 20

Pflanzenschutz und Pflanzenbau des Landratsamtes Sigmaringen

19.09.2022

 

Winterraps

Erdfloh

Je nach Saattermin ist der Raps zwischen dem Zwei-Blatt-Stadium und dem 5-Blatt-Stadium. Auf Flächen, die wir die letzten Tage angeschaut haben, sind vereinzelt Rapserdflohschäden an Pflanzen sichtbar bzw. sind Erdflöhe in Gelbschalen gefunden worden. Diese Schäden sind jedoch noch nicht bekämpfungswürdig. Es gibt aber auch vereinzelt Flächen mit starkem Erdflohdruck. Darum sollten Sie weiterhin den Sieblochfraß beobachten und die Gelbschalen kontrollieren. Bekämpfungsrichtewerte siehe Infodienst Nr. 19.

Betriebe mit Rapsflächen in Schutzgebietskulissen müssen IPSplus durchführen (https://ltz.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lfr/Arbeitsfelder/Integrierter+Pflanzenschutz). Zur Überwachung der Rapsschädlinge nach der Aussaat und im Frühjahr muss bis 2 ha Schlaggröße mindestens eine Gelbschale ca. 20 m vom Feldrand entfernt aufgestellt werden. Bis 10 ha Rapsfläche muss mindestens eine weitere Gelbschale aufgestellt werden. Darüber dann pro 10 ha eine weitere Gelbschale.

 

Schnecken

Die Besatzdichte von Schnecken sollten Sie im Zeitraum von der Aussaat bis zum 4 – Blatt-Stadium regelmäßig kontrollieren. Danach ist unter normalen Bedingungen die Gefahr gebannt. Als Bekämpfungsrichtwert für Winterraps kann während des Gefährdungszeitraums 1 Schnecke je Kontrollstelle angesetzt werden.

 

Fungizid- /Wachstumsreglereinsatz

Da frühe Wachstumsreglereinsätze (ca. ES 15-16) hohe Wirkungssicherheit mit geringeren Aufwandmengen bringen, sollten Sie an den Wachstumsreglereinsatz bei entsprechender Entwicklung Ihres Bestandes denken. Der frühe Einsatz verhindert in wüchsigen Beständen das Abheben (> 20 mm) des Vegetationskegels und verbessert die Winterhärte. Auch in diesem Herbst ist bis zum jetzigen Zeitpunkt das Augenmerk auf die Wachstumsreglerwirkung bzw. Winterhärte zu legen. Hierfür gibt es die bekannten Produkte mit den Wirkstoffen Tebuconazol (Folicur, Tilmor, Orius, …), Metconazol (Carax, Efilor) und Paclobutrazol (Toprex). Eine Übersicht finden Sie im „Integrierter Pflanzenschutz 2022“ auf Seite 90, Tabelle 43. 

Bei normaler Wüchsigkeit werden Produkte mit dem Wirkstoff Tebuconazol ausreichen. Bei wüchsigen Rapsbeständen und hoher Stickstoffnachlieferung wird ein „Wuchsstopp“ besser mit den Wirkstoffen Metconazol oder Paclobutrazol erreicht. Bitte beachten Sie bei einem Herbizideinsatz mit Belkar, dass sie den Wirkstoff Metconazol im Herbst nicht einsetzten dürfen (Pflanzenschäden).

Bei möglichen Nachtfrösten sollte keine Anwendung von Fungiziden bzw. Wachstumsreglern erfolgen.

Zum Wachstumsreglereinsatz passt das Zumischen von Bor (100 – 200g/ha). Wer seinem Winterraps etwas mehr bieten und die Ausnutzung von Stickstoff und Phosphat verbessern möchte, sollte zusätzlich an die Mikronährstoffe Mangan und Molybdän denken.

 

 

Allgemein

Immer wieder sehen bzw. hören wir, dass bei der Applikation von Pflanzenschutzmitteln die Feldgrenzen nicht eingehalten wurden und somit entweder Randstreifen und/oder angrenzende Flächen mitbehandelt/geschädigt wurden. Applikationen auf Nichtkulturland haben zur Folge, dass Sanktionen erhoben werden und das „mitbehandeln“ von Nachbarflächen meistens Ärger mit sich bringt. Bitte achten Sie darauf nur Ihre Flächen zu behandeln und setzen bei der Applikation Randdüsen und verlustmindernde Düsen ein. Auch sollte am besten bei der Ausbringung kein Wind gehen.

 

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