Infodienst Nr. 9

Infodienst Nr. 9
Pflanzenschutz und Pflanzenbau des Landratsamtes Sigmaringen
Stand 21.04.2022

Winterraps

Kontrollieren Sie Ihre Rapsbestände auf Rapsglanzkäfer. Sie müssen die Pflanzen bzw. Haupttriebe kontrollieren. Hier gelten folgende Schadschwellen:

10 Käfer je Haupttrieb bei wüchsigen Beständen

  5 Käfer je Haupttrieb bei schwächeren Beständen

Bis zum jetzigen Zeitpunkt war über den ganzen Landkreis die Bekämpfungsschwelle noch nicht erreicht. In EC 63 -65 macht der Rapsglanzkäfer keine Schäden mehr, somit ist ein Zumischen eines Insektizides nur notwendig, wenn Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke die Schadschwellen erreicht haben.

Kohlschotenrüssler                               =          1 Käfer / Pflanze (Abklopfen in Schale)

Kohlschotenmücke und -rüssler             =          bei starkem Auftreten der Kohlschotenmücke 1 Käfer/2 Pflanzen

                                                                       (Beobachten am Feldrand)

Meist reicht bei Überschreitung der Schadschwelle eine Randbehandlung.

Beachten Sie die Bienenschutzauflagen und wenden Sie an blühenden Beständen möglichst ein B4 – Produkt an, welches Sie aber auch erst nach dem täglichen Bienenflug bis 23:00 Uhr anwenden (NN410).

Um eine Entscheidungshilfe zur Fungizidanwendung gegen Sklerotinia in der Blüte schlagbezogen zu erhalten, können Sie das Prognosemodell „SkleroPro“ von ISIP in Baden-Württemberg kostenlos nutzen. Das Prognosemodell finden Sie auf der Web-Seite www.isip.de unter Baden-Württemberg > Entscheidungshilfe > Raps > Sklerotinia Prognose. Hier können Sie schlagspezifische Daten erfassen und erhalten nach Zustimmung per E-Mail eine Nachricht, sobald das Programm eine Infektionsgefahr errechnet hat.

Bei einer Infektionsgefahr können Sie Produkte wie Cantus Gold, Propulse, Efilor, Sympara, … verwenden. Weitere Produkte finden Sie im Merkblatt „Integrierter Pflanzenschutz 2022“ in der Tabelle 43 auf den Seiten 90 bis 91. Auch hier sollten Sie die Bienenschutzauflagen beachten, vor allem bei Tankmischungen mit Insektiziden, da diese dann in der Mischung teilweise auf B2 oder B1 abgestuft werden. 

 

Wintergerste

Obwohl es die letzten Tage sehr frisch war hat sich das Getreide, vor allem die Gerste stark weiterentwickelt. Von weitem sieht es meist nicht danach aus, aber die Wintergersten sind oft schon in ES 32-33. Wenn Sie aufgrund der Düngung (Wirtschaftsdünger), Sorte, … eine Wachstumsreglermaßnahme planen, sollten Sie Ihre Wintergerste nochmals genau anschauen (aufschneiden), um nicht das optimale Entwicklungsstadium zu verpassen. Schauen Sie dabei auch auf die oberen 2-3 Blätter. Wenn Sie keine Netz- und/oder Blattflecken (Rhynchosporium) darauf finden ist das Zumischen eines Fungizides nicht erforderlich. Falls Sie Blatt- und/oder Netzflecken finden, sollten Sie die Mittelkosten so gering wie möglich halten, da trotz Vorlage im Fahnenblattstadium eine leistungsstarke Mischung gegen die Hauptkrankheit Ramularia eingesetzt werden muss. Als Vorlage eignen sich z.B. Input Classic (Gewässerabstand beachten), Input Triple mit 0,6 – 0,8 l/ha, Revystar + Flexity 1,0 + 0,5 l/ha, Unix ProPack, 0,5 + 0,5 l/ha, …. Weitere Produkte finden Sie im Merkblatt „Integrierter Pflanzenschutz 2022“ in der Tabelle 22 auf den Seiten 60 bis 61 unter der Überschrift „Halm- und Blattbehandlung“. Möglicher Halmbruch wird mit diesen Mitteln miterfasst.



 

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