Warndienst Nr. 19

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Warndienst Nr. 19_2026

Pflanzenschutz und Pflanzenbau des Landratsamtes Sigmaringen

10.06.2026

 

 

IPSplus

Betriebe die Flächen in Schutzgebieten (Landschaftsschutzgebieten, FFH- und Vogelschutzgebieten, intensiv genutzten land- und fischereiwirtschaftlichen Flächen in Kern- und Pflegezonen von Biosphärengebieten, in gesetzlich geschützten Biotopen und bei Naturdenkmalen) bewirtschaften denken bitte an die Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen. Spritzfenster (Maßnahme A8.1) können jetzt fotografiert und die Bilder entsprechend (gerne digital) abgelegt werden. Gleiches gilt für erhobene Daten zu Schaderregern.

Die angelegten Spritzfenster für Herbizidmaßnahmen oder auch Fungizidmaßnahmen bei der Wintergerste können und sollten Sie die nächsten Tage anschauen. Nehmen Sie sich etwas Zeit und vergleichen Sie die behandelte Fläche mit der Unbehandelten. Daraus können Sie sicherlich Erkenntnisse gewinnen, die in Zukunft beim Treffen von Entscheidungen hilfreich sein werden.

 

 

Nachbehandlung Mais

Dieses Jahr sind vermehrt Disteln aber auch Winden im Mais zu finden. Wer noch nachbehandeln muss, findet entsprechende Produkte im „Integrierter Pflanzenschutz 2026“ in der Tabelle 35 auf der Seite 76.

 

 

Zucker- und Masserüben

Der Blattlausbefall ist bei von uns kontrollierten Beständen noch deutlich unter dem Bekämpfungsrichtwert. Kontrollieren Sie jedoch weiterhin regelmäßig Ihre Bestände. Nach dem kommenden Niederschlag und den folgenden wärmeren Temperaturen sollten Sie dann auch auf Blattkrankheiten schauen. Hierbei schauen oder entnehmen Sie 100 zufällig ausgewählte Blätter aus dem mittleren Blattapparat (Blattrupfmethode).

Die Bekämpfungsrichtwerte aller Krankheitserreger in Summe (Cercospora, Ramularia, Mehltau und Rost) lauten wie folgt:

 

Erstbehandlung:

bis Ende Juli:                  5 % befallene Blätter

bis Mitte August:           15 % befallene Blätter

 

Folgebehandlung:

bis Mitte August:           15 % befallene Blätter

ab Mitte August:           45 % befallene Blätter

ab Anfang September   i. d. R. keine Behandlung mehr erforderlich

 

Wenn die Bekämpfungsschwelle überschritten ist, finden Sie mögliche Produkte im „Integrierter Pflanzenschutz 2026“ in der Tabelle 48 auf der Seite 96 und 97. Dieses Jahr hat Univoq vom 10.06.2026 bis 08.10.2026 eine Notfallzulassung in der Zuckerrübe mit einer Aufwandmenge von 1,5 l/ha erhalten. Bei der Anwendung muss an Oberflächengewässer die NW 607 – 1 (50% 15m, 75% 10 m, 90 % 5m) und die Hangneigungsauflage NW 706 beachtet werden.

Aufgrund der Resistenzsituation sollten Sie Strobilurine nicht solo einsetzen, sondern nur noch in Kombination mit einem Azol. Aber auch bei den Azolen sind Resistenzen teilweise schon nachgewiesen. Deshalb sollte bei jedem Fungizideinsatz in der Rübe ein Kontaktfungizid (Kupfer) dazugegeben werden. Bei Versuchen im Fränkischen konnte so die Befallsstärke von Cercospora deutlich reduziert werden. Seit diesem Jahr sind einige Kupferprodukte (z. B.: Airone SC, Badge WG, Coprantol Duo, Griffon SC und Recude) in der Rübe regulär zugelassen.

Nach dem Überschreiten der Bekämpfungsschwelle sollten Sie immer mit dem stärksten Wirkstoff (Prothioconazol) beginnen. 

Bei ISIP gibt es auch für die Zuckerrübe Prognosemodelle für das Erstauftreten von Cercospora und die entsprechende Cercospora Fungizidstrategie. Gleich wie beim Getreide können Sie „Ihre“ Schläge im Programm „anlegen“.

Auch ist der Einsatz von Blattdünger ab jetzt, wenn die Rüben den Boden annähernd bedeckt und durch die geringen Niederschläge diese Nährstoffe schlechter verfügbar sind sinnvoll. Wichtige Nährstoffe sind z.B. Bor, Mangan, Zink, Magnesium, Phosphat, ….  

Bitte beachten Sie, dass nicht alle Blattdünger miteinander mischbar sind!

 

Feldbegehung zur Pflanzenschutzmittelreduktion 

Betriebsleiter Steffen Schraudolf, das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg und das Landwirtschaftsamt Sigmaringen laden zu einer Informationsveranstaltung zum Reduktionspotenzial von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln im Ackerbau ein. 

Treffpunkt: Betrieb Schraudolf, Sahlenbacherstr. 5, 88630 Pfullendorf. 

Am Montag, den 15.06.2026 können sich Teilnehmende von 19 bis etwa 21 Uhr ein Bild von Demoversuchen in Getreide, Winterraps und Mais machen. Die Versuche werden vorgestellt und anschließend diskutiert. Der Betrieb Schraudolf ist Teil des Demonstrationsbetriebsnetzwerk Pflanzenschutzmittelreduktion, dessen Ziel die praxisnahe Erarbeitung und Etablierung von Maßnahmen im Bereich der Reduktion ist. 

Die Veranstaltung wird als zweistündige Sachkundefortbildung bescheinigt.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

 

Praxisabend Ökolandbau in Herbertingen

Der Fachbereich Landwirtschaft des Landratsamtes Sigmaringen lädt alle interessierten Landwirtinnen und Landwirte herzlich zum „Praxisabend Ökolandbau“ ein. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 18. Juni 2026, von 19:00 bis ca. 21:30 Uhr auf dem Biolandbetrieb der Familie Buck in Herbertingen statt. 

 

Familie Buck bewirtschaftet einen vielseitigen Ackerbaubetrieb nach Bioland-Richtlinien. Die umfangreiche Fruchtfolge ist durch anspruchsvolle Kulturen wie Lupinen, Sonnenblumen, Raps, Mais und Knoblauch sowie Kleegras, Weizen und Hafer geprägt. Einige der Kulturen werden nach dem Turiel-System im Dammanbau kultiviert. Im Rahmen eines gemeinsamen Feldrundgangs werden die Flächen besichtigt und fachlich diskutiert.

 

Die Veranstaltung richtet sich an ökologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe sowie an alle weiteren Interessierten aus der landwirtschaftlichen Praxis.

 

Im Rahmen des Termins ist ein theoretischer Teil zur Pflanzenschutzsachkunde integriert. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Bescheinigung über eine zweistündige Fortbildung für den Pflanzenschutz-Sachkundenachweis.

 

Der Treffpunkt zur Veranstaltung ist beim Betrieb in der Gartenstraße 9, in 88518 Herbertingen.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

 

Biodiversität in der Praxis: Einladung zum Feldabend in Jungnau

Wie lassen sich biodiversitätsfördernde Maßnahmen erfolgreich in die landwirtschaftliche Praxis integrieren? Dieser Frage geht der Fachbereich Landwirtschaft des Landratsamtes Sigmaringen gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Tübingen nach. Alle interessierten Landwirtinnen und Landwirte sowie landwirtschaftlichen Berater sind herzlich zu diesem praxisnahen Feldabend eingeladen.

 

Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 23. Juni 2026, von 19:00 bis ca. 21:00 Uhr auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Christoph Hipp in Jungnau statt. Der Betrieb Hipp ist Teil des landesweiten Demonstrationsbetriebsnetzwerks „BiodivNetzBW“.

 

Im Fokus stehen konkrete Anbausysteme und zukunftsweisende Methoden zur Unkraut- und Grasregulierung. Angesichts wachsender Herausforderungen in diesem Bereich gewinnen mechanische Verfahren auch im konventionellen Pflanzenbau zunehmend an Bedeutung. Vor Ort werden unter anderem Winterraps nach dem sogenannten „Frühblüherkonzept“ sowie Winterweizen mit Herbizidverzicht in Kombination mit alternativer, mechanischer Regulierung vorgestellt. Zudem können die Teilnehmenden verschiedene Anbausysteme bei Sommergerste besichtigen, die auf Herbizidverzicht, Untersaaten und einen erweiterten Drillreihenabstand setzen.

 

Veranstalter ist das Regierungspräsidium Tübingen als Leiter des Netzwerks „BiodivNetzBW“ im Regierungsbezirk in Kooperation mit dem Fachbereich Landwirtschaft des Landratsamtes Sigmaringen. Das Netzwerk wurde ins Leben gerufen, um praxistaugliche Wege für mehr Biodiversität in der Landwirtschaft zu erproben und zu demonstrieren.