Warndienst Nr. 18

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Warndienst Nr. 18_2026

Pflanzenschutz und Pflanzenbau des Landratsamtes Sigmaringen

29.05.2026

 

 

Getreide

Kontrollieren Sie weiterhin Ihr Getreide auf Getreidehähnchenbefall, vor allem Sommergetreide. Das Vorgehen zur Ermittlung der Bekämpfungsschwelle wurde im Warndienst Nr. 17 genau beschrieben. Gewitterschauer können durch „abwaschen“ der Larven und Eier den Befall reduzieren!

 

 

Fungizideinsatz Winterweizen

Auch auf dem Versuchsfeld beginnen die ersten frühen Weizensorten zu blühen. Somit könnten vorhergesagte Niederschläge ab Sonntagnachmittag optimale Infektionsbedingungen für Fusarium schaffen. Viele Betriebe haben bis jetzt keine Fungizidmaßnahme im Weizen durchgeführt und könnten somit die Einfachbehandlung mit einer Fusariumbehandlung kombinieren. Kontrollieren Sie Ihre Bestände wie der Entwicklungszustand ist und handeln Sie dementsprechend (siehe „Wann besteht eine Fusariumgefahr“). Wenn Sie Staubbeutel an der Ähre sehen ist diese Weizenpflanzen schon verblüht. Um genau herausfinden zu können, ob der Weizen sich in der Blüte befindet, müssen Sie die Spelzen abziehen damit Sie die Staubbeutel und Narbenfäden sehen können. Sind die Staubbeutel noch grün und die Narbenfäden noch nicht entfaltet, dann ist diese Pflanze noch nicht in der Blüte. Sind die Staubbeutel gelblich und die Narbenfäden sind wie eine Feder entfaltet, dann befindet sich diese Pflanze in der Blüte.

Mögliche Produkte finden Sie im „Integrierter Pflanzenschutz 2026“ in der Tabelle 23 auf Seite 58-61 unter Blatt- und Ährenbehandlung mit einer „Ähren-Fusarium – Leistung“.

 

Wann besteht eine Fusariumgefahr?

Eine feuchte und warme Witterung während der Blüte begünstigt grundsätzlich die Infektions-bedingungen für Fusarium. Befeuchtete Ähren während der Blüte und Temperaturen über 15 bis 20°C sind günstig um Infektionen auszulösen. Nach Aussagen der Kollegen von Nordrhein-Westfalen wird der endgültige Befall auch entscheidend vom weiteren Witterungsverlauf bestimmt. Trockenheit im Juli entschärft die Toxinbildung, der Befall vertrocknet sozusagen. Gegenteilig kann bei hohen Niederschlägen nach nur mäßiger Infektionswitterung eine hohe Toxinbelastung entstehen. Unter solchen Bedingungen ist dann auch Weizen nach Raps gefährdet. 

Behandlungen sollten nahe an Niederschlägen (Regenschauer /Taubildung >2 mm) gefahren werden. Ideal ist es innerhalb eines Tages vor oder bis 2 Tagen nach der Infektion das Pflanzenschutzmittel auszubringen. Bis vier Tage nach einer Fusariuminfektion kann noch eine gute bis ausreichende Wirkung erwartet werden. Die Erfahrung zeigt, dass Behandlungen Anfang bis Mitte Blüte hohe Wirkungsgrade haben.





Kleiner Feldtag

Das Landratsamt Sigmaringen, Fachbereich Landwirtschaft, veranstaltet gemeinsam mit mehreren Pflanzenschutzfirmen den „Kleinen Feldtag“ am Dienstag, den 02.06.2026, um 19:00 Uhr. Landwirte und landwirtschaftliche Berater sind herzlich eingeladen. Der Gesangverein Krauchenwies sorgt für die Bewirtung.

Auf Ackerschlägen von Landwirten werden Versuche zum Herbizideinsatz in Winterweizen, Wintergerste und Winterraps sowie zu Fungizidanwendungen in Wintergerste vorgestellt. Die Versuchsfläche liegt neben dem landwirtschaftlichen Betrieb von Manfred Missel in Sigmaringen-Laiz. Die Anfahrt ist ab der Ortsmitte von Laiz (auf Höhe der Tankstelle) ausgeschildert. 

 

Feldbegehung zur Pflanzenschutzmittelreduktion (jetzt mit Datum)

Betriebsleiter Steffen Schraudolf, das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg und das Landwirtschaftsamt Sigmaringen laden zu einer Informationsveranstaltung zum Reduktionspotenzial von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln im Ackerbau ein. 

Treffpunkt: Betrieb Schraudolf, Sahlenbacherstr. 5, 88630 Pfullendorf. 

Am Montag, den 15.06.2026 können sich Teilnehmende von 19 bis etwa 21 Uhr ein Bild von Demoversuchen in Getreide, Winterraps und Mais machen. Die Versuche werden vorgestellt und anschließend diskutiert. Der Betrieb Schraudolf ist Teil des Demonstrationsbetriebsnetzwerk Pflanzenschutzmittelreduktion, dessen Ziel die praxisnahe Erarbeitung und Etablierung von Maßnahmen im Bereich der Reduktion ist. 

Die Veranstaltung wird als zweistündige Sachkundefortbildung bescheinigt.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!