Warndienst Nr. 13

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Warndienst Nr. 13_2026

Pflanzenschutz und Pflanzenbau des Landratsamtes Sigmaringen

28.04.2026

 

 

 

Winterraps

Im südlichen Teil des Landkreises blüht der Raps. Im nördlichen Landkreis sind die Bestände zwischen ES 52 und 60. Wer hier noch Schläge in SkleroPro anlegen möchte oder muss, sollte dies schnellstens tun. Aktuell gibt es keine Behandlungsempfehlung bei einem Rapsanbau alle 4 oder mehr Jahre.

Bei einer Behandlungsempfehlung finden Sie mögliche Produkte im „Integrierter Pflanzenschutz 2026“ in der Tabelle 43 auf der Seite 88 – 89 mit Aufwandmengen bei Weißstängeligkeit (Sklerotinia) und Rapsschwärze.

Kontrollieren Sie weiterhin Ihre Bestände auf Kohlschotenrüssler und/oder Kohlschotenmücken. Durch das Abklopfen von Blüten in die Handfläche oder eine Schale können Sie das Vorkommen ermitteln.

Der Bekämpfungsrichtwert (BKR) liegt bei einem Käfer je Pflanze. Sind Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke im Bestand sichtbar, liegt der BKR bei einem Käfer je zwei Pflanzen.

Beim Erreichen des BKR ist meist eine Randbehandlung ausreichend. Bedenken Sie, dass oft den Nützlingen mehr geschadet wird als den Schädlingen. Mögliche Produkte finden Sie im „Integrierter Pflanzenschutz 2026“ in der Tabelle 42 auf der Seite 86 – 87.

Bitte achten Sie auf den Bienenschutz und fahren Sie nach dem täglichen Bienenflug. Achtung bei Tankmischungen!!

Betriebe in Schutzgebieten beachten die verpflichtende Maßnahmen zu IPSplus. 

Wie die letzten Jahre werden wieder Kontrollen (Brüheproben) durchgeführt.

 

 

Fungizideinsatz Wintergetreide 

In den letzten Tagen gab es bei allen Winterrungen keine möglichen Infektionen. Jedoch sind weiterhin Bestandeskontrollen sinnvoll. Gelbrost ist in Regionen mit einer weiter entwickelten Vegetation (Rheingraben, …)  immer wieder zu finden. Bei von uns angelegten Fläche wird bei der Krankheit Halmbruch keine Behandlung empfohlen.

Kontrollieren Sie Ihr Wintergetreide nochmals auf Spätverunkrautung (Disteln, …).

 

 

Abschlußbehandlung Wintergerste

In frühen Lagen im Landkreis und auch in Krauchenwies sind erste Wintergersten in ES 39 teilweise schon in ES 49. Die Krankheit Ramularia und nichtparasitäre Blattflecken treten sehr oft als Komplex auf und lassen sich oft mit bloßem Auge kaum unterscheiden. Strahlungsreiches Wetter nach Niederschlägen begünstigt diesen Krankheitskomplex, der erfahrungsgemäß jedes Jahr auch witterungsunabhängig früher oder später auftritt. Darum sollte beim Übergang von einer kühlen und regnerischen Phase in eine trocken, warme und strahlungsintensive Phase in ES 39 – 55 der Gerste behandelt werden. Eine Behandlung vor Niederschlägen (> ca. 15 mm) ist meist nicht sinnvoll, da der Wirkstoff Folpet als Kontaktfungizid nicht abgewaschen werden sollte. Beobachten Sie bei entsprechendem Wachstumsstadium die Wettervorhersagen und handeln dementsprechend. Nicht behandelte Bestände brechen innerhalb kürzester Zeit zusammen und reagieren mit sehr hohen Mindererträgen, die sich auf dem Versuchsfeld Krauchenwies meistens auf 15 dt/ha (+- 5dt/ha) belaufen. Durch das Zumischen des Wirkstoffes Folpet (Folpan 500 SC oder Amistar Max) kann die Leistung von Carboxamid und Azol – Produkten verstärkt werden.

Somit sind Mischungen mit Folpan 500 SC bzw. Amistar Max und Produkten wie z.B.: Ascra Xpro, Avastel-Pack, Balaya, Elatus Era, Input, Jordi, Proline, Revytrex, … möglich. 
Falls eine vernünftige, gegen Ramularia wirksame Vorlage, (z.B. 0,8 l/ha Input Classic, 1,0 l/ha Balaya, …) gesetzt wurde, können die Aufwandmengen der Carboxamide/Azole um ca. 20 % reduziert werden. Folpan 500 SC oder Amistar Max sollten aber nicht reduziert werden.

 

 

Herbizid Sommergetreide

Bei der aktuellen Wetterlage sind mechanische Ungras und –krautregulierungen möglich. Achten Sie darauf, dass es keine Nachtfröste nach der Maßnahme hat. Beim chemischen Pflanzenschutz sollten auch keine Nachtfröste folgen. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie im Warndienst Nr. 12.

 

 

Zucker- und Masserüben

Kontrollieren Sie Ihre Bestände, teilweise findet man an den Keimblättern der Rüben Rübenerdflohschäden. Die Bekämpfungsschwelle liegt bis zum ES 12 bei 20 % Blattfläche vernichtet oder 40 % geschädigte Pflanzen. Weiteren Bekämpfungsschwellen der verschiedenen Rübenschädlinge finden Sie im „Integrierter Pflanzenschutz 2026“ auf der Seite 93 oben. Mögliche Produkte bei der Überschreitung der Bekämpfungsschwelle finden Sie in der Tabelle 45 auf der Seite 92 – 93.

 

 

Mais

Wer Mais schon ausgesät hat, kann auch einen Striegelgang vor dem Auflaufen (blindstriegeln) planen.

Vorauflaufprodukte haben bei der aktuellen Wetterlage schlechte Bedingungen und somit kaum Wirkung. An einen Einsatz ist frühestens vor (24 Std) einem sicher eintretenden Niederschlag (> 5 mm), besser kurz danach zu denken.

 

 

Felderbegehungen

Der Fachbereich Landwirtschaft lädt interessierte Landwirtinnen und Landwirte zu den Felder-begehungen auf das Zentrale Versuchsfeld Oberland bei Krauchenwies herzlich ein. Die nächste Felderbegehung findet am Dienstag, den 28.04.2026 um 19:30 Uhr statt. Besprochen werden Düngungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen in Getreide und Winterraps.

 

Die darauffolgenden Termine finden im 2 - wöchigen Rhythmus statt: 12.05.2026 um 19:30 Uhr und 26.05.2026 um 19:30 Uhr.

 

Das Versuchsfeld liegt an der Bundesstraße 311 zwischen Krauchenwies und Rulfingen vor der Abfahrt nach Ostrach auf der linken Seite.