Warndienst Nr. 10

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Warndienst Nr. 10_2026

Pflanzenschutz und Pflanzenbau des Landratsamtes Sigmaringen

08.04.2026

 

 

IPSplus

Bitte denken Sie bei Pflanzenschutzapplikationen in Schutzgebieten (FFH-, Vogelschutz- und Landschaftsschutzgebieten sowie auf intensiv genutzten land- und fischereiwirtschaftlichen Flächen in Kern- und Pflegezonen von Biosphärengebieten, in gesetzlich geschützten Biotopen und bei Naturdenkmalen) an die Einhaltung von IPSplus. Vor allem bei der Applikation an die Maßnahme A5.1 (Einsatz abdriftmindernder Pflanzenschutztechnik) und A8.1 (Anlage eines Spritzfensters zur Beurteilung der Behandlungsnotwendigkeit) denken.

Bei FIONA gibt es zwei Möglichkeiten herauszufinden, ob Sie Flächen in Schutzgebieten bewirtschaften. Zum einen können Sie über „GIS“ auf der rechten Seite auf den Button „Menü öffnen“ klicken. Hier dann auf „Karten“ gehen, danach die „Umweltdaten“ anklicken. Hier öffnen sich viele Einzelschutzgebiete (FFH- und Vogelschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, …), welche Sie dann einzeln „aktivieren“ können um zu schauen, ob sich Ihre Schläge in den Schutzgebietskulissen befinden.

Zum anderen können Sie Bei FIONA unter „Auswertungen“ bei der „Auswertung 4“ herausfinden, ob Sie Flächen in Naturschutzgebieten oder weiteren Schutzgebieten haben.

Alle Maßnahmen finden Sie ausführlich erklärt unter folgendem Link:

https://ltz.landwirtschaft-bw.de/site/pbs-bw-mlr-root/get/documents_E-2108804194/MLR.LEL/PB5Documents/ltz_ka/Arbeitsfelder/Pflanzenschutz/Integrierter%20Pflanzenschutz/Zus%C3%A4tzliche%20landesspezifische%20Vorgaben/Ma%C3%9Fnahmenbl%C3%A4tter%20Ackerbau_DL/Ackerbau%20landesspezifische%20Vorgaben.pdf

 

 

Winterraps

Die Rapsbestände im südlichen Teil des Landkreises sind in ES 50 – 53. Im nördlichen Teil meist in ES 30. In Beständen, in denen sich die Haupttriebe vom obersten Blattpaar abheben (ab ES 50), ist die Rapsglanzkäferkontrolle am Haupttrieb zu machen. Hier gilt die Bekämpfungsschwelle für schwache Bestände von 5 Käfer/Haupttrieb und für wüchsige/starke Bestände von 10 Käfer/Haupttrieb. Das Auftreten von Rapsglanzkäfer in Gelbschalen zeigt nur den aktuellen Zuflug, eine Beurteilung, ob die Bekämpfungsschwelle überschritten ist kann nur am Haupttrieb erfolgen.

Denke Sie an das Anlegen von Rapsschlägen im Prognosemodell ISIP („SkleroPro“), wie im letzten Warndienst beschrieben. 

 

Zucker- und Biomasserüben

Kontrollieren Sie weiterhin Ihre Bestände auf Schneckenbefall bzw. –besatz. Die Vorgehensweise wurde im Warndienst Nr. 9 beschrieben.

Die ersten Rüben laufen gerade auf. Kontrollieren Sie zum einen den Feldaufgang aber auch die auflaufenden Pflanzen auf den Befall mit Rübenerdfloh. Gleich wie im Raps erkennt man diesen an dem Loch- bzw. Fensterfraß an den Keim- bzw. ersten Laubblättern.

 

 

Wachstumsregler Winterroggen / -gerste und Triticale

Der Winterroggen ist auf dem Versuchsfeld in ES 31, Wintergerste ist in ES 29 - 30 und Triticale in ES 28 – 30. Das Wintergetreide wird sich bei den anstehenden wüchsigeren Tagen rasch weiterentwickeln. Um der Lagergefahr in Winterroggen, -gerste und Triticale vorzubeugen, sollte idealerweise im Stadium ES 31-32 bei warmen wüchsigen Bedingungen und geringem Stress (ausreichenden Bodenwasser-vorräten, Frost, …)  ein Wachstumsregler appliziert werden. Dies gilt insbesondere bei üppigen Beständen, weniger standfesten Sorten und hohen Wirtschaftsdüngergabe, sowie bei mehrzeiligen Gerstensorten. 

 

Beim Winterroggen empfiehlt sich der Einsatz von 0,15 – 0,4 l/ha eines Trinexapac-Produktes (z.B: Moddus, …) und CCC (0,3 – 0,6 l/ha ES 31 - 32) oder 0,4 – 0,7 kg/ha Prodax oder …. 

 

Bei der Wintergerste empfiehlt sich der Einsatz von 0,3 – 0,7 l/ha eines Trinexapac-Produktes (z.B: Moddus, …) oder 0,3 – 0,5 kg/ha Prodax oder 1,0 – 1,5 l/ha Fabulis oder ….

 

Bei der Triticale empfiehlt sich der Einsatz von 0,2 – 0,4 l/ha eines Trinexapac-Produktes (z.B: Moddus 0,15 – 0,3 l/ha, …) und Chlormequat-Produkten (z.B: CCC 0,3 – 0,6 l/ha in ES 31 - 32) oder Medax Top (0,5 – 0,75 l/ha + 0,5 – 0,75 kg/ha) oder ….

Diese Mengen sind kalkuliert ohne Fungizid bei eher niedrigen Temperaturen und trüber Witterung, je nach Sorte. Diese Mengenangaben sind Anhaltspunkte und variieren sehr stark von den Einsatzbedingungen und vorher genannten Bedingungen. In Kombination mit azolhaltigen Fungiziden und Temperaturen über 20°C (helle und sonnige Witterung) verringert sich die Aufwandmenge um 10 - 25%. Bei geschwächten Beständen ist Vorsicht beim Wachstumsregelreinsatz (z.B.: Stress durch kalte Temperaturen und Wind sowie fehlende Bodenfeuchte) geboten. 

Sollte dieser Einsatzpunkt verpasst werden oder nicht möglich sein, kann meist bis Stadium 39 z.B.: Prodax (Wirkstoffe aus Medax Top und Moddus) verwendet werden, ein Halmverkürzer, der etwas Schneller und stärker einkürzt als Moddus und nicht überdosiert werden darf. Die Aufwandmengen liegen bei 0,4 – max. 0,8 kg/ha. Aufwandmengen sind analog zu anderen Wachstumsreglern bei hohen Temperaturen und hoher Sonneneinstrahlung und/oder Azolzusatz niedriger anzusetzen. Achten Sie darauf, dass in der „Großen Periode“ (ca. ES 32-37) kein Wachstumsregler eingesetzt werden sollte, da der Wachstumsregler die Ährenanlage mit einkürzt.

 

 

Wachstumsregler Winterweizen

Der Winterweizen befindet sich auf dem Versuchsfeld je nach Saatzeit, Sorte und Vorfrucht im Entwicklungsstadium „Mitte Bestockung“ (ES 25) bis „Ende Bestockung“ (ES 29). 

Somit steht je nach Sorte, Düngungsintensität, … eine klassische Wachstumsreglerbehandlung in ES 31-32 an. Es stehen Prodax (0,3-0,5 kg/ha), Medax Top (0,35 – 0,5 l/ha + 0,35 – 0,5 kg/ha), Fabulis (0,6 – 1,2 l/ha) sowie Trinexapac-Produkten z.B.: Moddus, … (0,15-0,3 l/ha) zur Verfügung. Chlormequat-Produkten (z.B. CCC 0,3-0,6 l/ha, …) können teilweise zu den Trinexapac-Produkten zugemischt werden. Da diese Produkte unterschiedliche Anwendungsbedingungen (ES) haben, muss auf jeden Fall vorher die Produktbeschreibung gelesen werden. Die Aufwandmengen aller Wachstumsregler sind abhängig von Bestand, Sorte und vor allem Witterung (sonnig oder bewölkt, Temperatur) und Wasserführung zu wählen. 

Eine Übersicht über alle Wachstumsregler finden Sie im Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2026“ in der Tabelle 18 auf Seite 42/43.

 

 

Fungizideinsatz Wintergetreide allgemein

Bei der Wintergerste sind teilweise auf „alten“ Blättern (F-5 und älter) Netzflecken vorhanden. Auch beim Winterweizen / -triticale sind immer mal wieder Herbstinfektionen mit Septoria tritici zu finden.

Erschrecken Sie davor nicht! Diese Infektionen befinden sich auf Blättern, die nicht Ertragsrelevant sind. Sie müssen dies zur Kenntnis nehmen und wetterentsprechend ab ES 31-32 reagieren. Bleibt es trocken bzw. gibt es keine Infektionsmöglichkeiten werden die Krankheiten nicht „nach oben wachsen“. Gibt es Infektionsmöglichkeiten werden die Krankheiten die oberen Blätter befallen bzw. infizieren und Sie müssen beim Überschreiten der Bekämpfungsschwelle reagieren. Im Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2026“ auf der Seite 57 finden Sie die aktuellen Bekämpfungsschwellen.

Am besten legen Sie sich im Prognosemodell „ISIP“ für Ihre Kulturen Schläge an. Für Wintergerste die „Schaderreger-Infektionsgefahr“ und für Ihre Weizenschläge Septoria (Blattdürre – Neuinfektionen) und Halmbruch.

Bei von uns angelegten Schläge ist bis jetzt bei der Krankheit „Halmbruch“ keine Fungizidmaßnahme erforderlich!

 

 

Felderbegehungen

Der Fachbereich Landwirtschaft lädt interessierte Landwirtinnen und Landwirte zu den Felder-begehungen auf das Zentrale Versuchsfeld Oberland bei Krauchenwies herzlich ein. Die nächste Felderbegehung findet am Dienstag, den 14.04.2026 um 19:00 Uhr statt. Besprochen werden Düngungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen in Getreide und Winterraps.

 

Die darauffolgenden Termine finden im 2 - wöchigen Rhythmus statt: 28.04.2026 um 19:30 Uhr, 12.05.2026 um 19:30 Uhr und 26.05.2026 um 19:30 Uhr.

 

Das Versuchsfeld liegt an der Bundesstraße 311 zwischen Krauchenwies und Rulfingen vor der Abfahrt nach Ostrach auf der linken Seite.